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Roman Abramowitschs Superyachten: Geschichte, Merkmale & aktueller Status
Kurzfassung: Die Flotte von Roman Abramowitsch entwickelte sich von hochdrehenden „Sportwagen“ des Meeres zu stark gesicherten, weitgehend autarken Megayachten. Dieser Beitrag fasst die Entwicklung, Technik und Rechtslage zusammen.
Entwicklung der Flotte
Sussurro (Feadship, 50 m)
Früher Fokus auf Tempo: Turbinen‑Unterstützung, Spitzenwert bis rund 46 kn; diente lange als „Beiboot“ im großen Stil. Die Sussurro ist eine 49,5 Meter lange Luxusyacht, die 1998 von der niederländischen Werft Feadship gebaut wurde. Das äußere Design stammt von De Voogt Naval Architects in Zusammenarbeit mit Don Shead, während Terence Disdale das Interieur gestaltete. Ursprünglich gehörte die Yacht einem Unternehmer aus dem Nahen Osten. Später erwarb der russische Milliardär Roman Abramowitsch das Schiff, das um 2017 an seine ehemalige Ehefrau Irina Malandina überging. Seit 2025 befindet sich die Sussurro im Besitz von Irina Malandina, die nach der Scheidung von Abramowitsch im Jahr 2007 ein geschätztes Vermögen von rund 2 Milliarden US-Dollar aufgebaut hat. Der aktuelle Wert der Yacht beläuft sich auf etwa 25 Millionen US-Dollar, und sie fährt unter der Flagge von Bermuda.
Ecstasea (Feadship, 86 m)
Die Ecstasea ist eine 85,95 Meter lange Luxusyacht, die 2004 von der niederländischen Werft Feadship gebaut wurde. Das äußere Design stammt von De Voogt Naval Architects in Zusammenarbeit mit Terence Disdale, der auch für die Innenausstattung verantwortlich war. Ursprünglicher Eigentümer war der russische Milliardär Roman Abramowitsch. Im Jahr 2009 wechselte die Yacht in den Besitz von Mohammed bin Zayed Al Nahyan, dem Kronprinzen von Abu Dhabi, bevor sie 2014 an den in Pakistan geborenen Milliardär Alshair Fiyaz überging. Seitdem (Stand 2025) befindet sich die Ecstasea im Besitz von Fiyaz, der als Unternehmer in Belgien lebt und über ein geschätztes Vermögen von rund 3 Milliarden US-Dollar verfügt. Der Wert der Yacht wird auf etwa 120 Millionen US-Dollar geschätzt, und sie fährt unter der Flagge der Cayman Islands.
Pelorus (Lürssen, 115 m)
Maßstabssprung in Komfort und Reichweite: ca. 20 Kabinen, Kino, Pools/Jacuzzis, teils mit U‑Boot für diskrete Tender‑Manöver. Nachrüstung mit zweitem Helipad; transozeanische Reichweite bei etwa 16 kn Reisegeschwindigkeit. Die Pelorus ist eine 115 Meter lange, ikonische Superyacht, die 2003 von der deutschen Werft Lürssen gebaut wurde. Das Außendesign stammt von Tim Heywood, während das Interieur von Terence Disdale gestaltet wurde. Ursprünglich gehörte die Yacht dem saudischen Geschäftsmann Sheikh Abdul Mohsen Abdulmalik Al-Sheikh, wurde jedoch kurz darauf an den russischen Milliardär Roman Abramowitsch verkauft. Im Jahr 2011 erwarb der US-Medienmogul David Geffen das Schiff für rund 300 Millionen US-Dollar, bevor es 2016 für etwa 215 Millionen US-Dollar an Sheikh Abdullah bin Zayed Al Nahyan, den Außenminister der Vereinigten Arabischen Emirate, überging. Seit 2025 befindet sich die Pelorus im Besitz des in Hongkong ansässigen chinesischen Immobilienmilliardärs Samuel Tak Lee, Präsident von Prudential Enterprises, dessen Vermögen auf etwa 4 Milliarden US-Dollar geschätzt wird. Nach einer umfassenden Renovierung, die im April 2025 abgeschlossen wurde, wird die Yacht derzeit zum Preis von 185 Millionen Euro zum Verkauf angeboten.
Luna (Lloyd Werft, 115 m)
Expeditionsfokus mit Ice‑Class‑Rumpf – gedacht für lange, robuste Fahrten abseits klassischer Routen. Später verkauft und nach umfassendem Refit im Zuge von Sanktionen beschlagnahmt. Ursprünglich gehörte die Yacht dem russischen Milliardär Roman Abramowitsch. Im Jahr 2014 ging sie in den Besitz des aserbaidschanischen Unternehmers Farkhad Akhmedov über.
Eclipse (Blohm+Voss, 162,5 m)
Diesel‑Elektro mit Azipods, hohe Marschleistung und innovative Rotor‑Stabilisierung. Luxus‑Highlights: 24 Gästekabinen, zwei Pools (einer wandelbar zum Tanzboden), Spa und Club‑Bereiche. Sicherheit mit Panzerungen, kugelsicherem Glas, Erkennungssystemen und Mini‑U‑Boot. Die Eclipse ist mit einer Länge von 162,5 Metern die drittgrößte Superyacht der Welt und wurde 2010 von der deutschen Werft Blohm+Voss fertiggestellt. Das Design stammt von Terence Disdale. Eigentümer ist seit ihrer Fertigstellung der russische Milliardär Roman Abramowitsch. Zu den Ausstattungsmerkmalen zählen zwei Hubschrauberlandeplätze, zwei Swimmingpools, ein Mini-U-Boot, ein Raketenabwehrsystem sowie 24 Gästekabinen. Die Yacht wird von einer rund 70-köpfigen Crew betrieben und hat einen geschätzten Wert von etwa 700 Millionen US-Dollar. Auch im Jahr 2025 befindet sich die Eclipse im Besitz von Abramowitsch, dem ehemaligen Eigentümer des FC Chelsea, dessen Vermögen auf rund 9 Milliarden US-Dollar geschätzt wird. Seit 2022 liegt die Yacht in der Türkei vor Anker und begab sich im August 2025 zu Wartungsarbeiten nach Istanbul. Sie fährt unter der Flagge von Bermuda.
Solaris (Lloyd Werft, 140 m)
Hybrid‑Diesel‑Elektro mit zwei ABB‑Azipods, acht Decks, Unterkunft für bis zu 36 Gäste und große Crew. Sicherheits‑Upgrades wie Anti‑Drohnen‑Systeme und gepanzerte Bereiche. Die Solaris ist eine 139,7 Meter lange Luxusyacht, die 2021 von der deutschen Werft Lloyd Werft gebaut wurde. Das Design stammt vom australischen Designer Marc Newson, bekannt durch die Gestaltung der Apple Watch, während das Interieur ebenfalls von ihm entworfen wurde. Ursprünglicher Eigentümer und aktueller Besitzer ist der russische Milliardär Roman Abramowitsch. Die Yacht verfügt über acht Decks, 18 luxuriöse Kabinen mit Platz für bis zu 36 Gäste, eine Crew von rund 60 Personen, ein hybrides Antriebssystem, einen Hubschrauberlandeplatz, mehrere Swimmingpools, ein Spa, einen Beach Club sowie fortschrittliche Sicherheitssysteme wie Raketenabwehr, kugelsicheres Glas und gepanzerte Bereiche. Der Rumpf besteht aus Stahl, die Aufbauten aus Aluminium. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 18 Knoten, die Reisegeschwindigkeit etwa 14 Knoten. Der Wert der Solaris wird auf rund 600 Millionen US-Dollar geschätzt. Seit 2022 liegt sie im Zuge internationaler Sanktionen in der Türkei vor Anker und begab sich im August 2025 für Wartungsarbeiten in den Golf von Izmit. Sie fährt unter der Flagge der Cayman Islands.
Sanktionen & rechtliche Aspekte
Seit 2022 stehen Bewegungen und Liegeorte einzelner Yachten im Kontext internationaler Sanktionen. Zudem wurden Offshore‑Strukturen und Leasing‑Modelle diskutiert, die betriebliche Vorteile (z. B. für Betriebskosten) ermöglichten. Unabhängig von der Nutzung verursachen Megayachten hohe Fixkosten – selbst im „eingefrorenen“ Status.
Vergleichsdaten (Auswahl)
| Yacht | Werft | Länge | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Sussurro | Feadship | 50 m | Turbinen‑Boost, ~46 kn Top‑Speed |
| Ecstasea | Feadship | 86 m | Diesel + GE‑Gasturbine, ~36 kn |
| Pelorus | Lürssen | 115 m | Luxus‑Ausstattung, 2. Helipad (Refit) |
| Luna | Lloyd Werft | 115 m | Expeditions‑/Ice‑Class‑Profil |
| Eclipse | Blohm+Voss | 162,5 m | Diesel‑Elektro, Azipods, Rotor‑Stabi, Sicherheitslayer |
| Solaris | Lloyd Werft | 140 m | Hybrid, ABB‑Azipods, Anti‑Drohnen‑System |
FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Superyachten
Wie hoch sind die jährlichen Betriebskosten einer Superyacht?
Die jährlichen Betriebskosten können bis zu 10 % der ursprünglichen Baukosten betragen. Sie hängen im Wesentlichen von der Größe der Crew, den Liegeplatzgebühren, regelmäßigen Wartungsarbeiten und möglichen Refit-Projekten ab.
Warum setzen moderne Yachten auf hybride Antriebe und Azipods?
Hybride Antriebssysteme reduzieren den Kraftstoffverbrauch und erhöhen die Effizienz. Azipods ersetzen das klassische Ruder, verbessern die Manövrierfähigkeit und sorgen für einen leiseren, vibrationsärmeren Betrieb – ein Plus an Komfort und Steuerpräzision.
Welche rechtlichen Risiken bestehen beim Besitz einer Superyacht?
Der Besitz kann mit rechtlichen Herausforderungen verbunden sein. Dazu zählen internationale Sanktionen, steuerliche Fragen, komplexe Eigentümer- und Offshore-Strukturen sowie unterschiedliche Flaggen- und Registrierungsanforderungen, die hohe Compliance-Vorgaben mit sich bringen.
Hinweis: Diese Informationen basieren auf öffentlich zugänglichen Quellen und Fachberichten. Technische Daten und Werte können je nach Quelle, Refit oder aktueller Nutzung variieren.
