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Seekrankheit: Tipps zur Vorbeugung und was zu tun ist, wenn sie auftritt

Seekrankheit: Tipps zur Vorbeugung und was zu tun ist, wenn sie auftritt

Seekrankheit – ein hartnäckiger Begleiter für Segler, Seeleute und Meeresfans. Hier erfährst du Ursachen und Symptome, wirksame Prävention und klare Sofortmaßnahmen an Bord.

Nicht zulassen, dass Seekrankheit den Törn verdirbt: Mit der richtigen Vorbereitung und ruhigem Kopf lässt sich das Risiko deutlich verringern.

Was ist Seekrankheit eigentlich?

Seekrankheit, auch bekannt als Bewegungskrankheit, entsteht durch widersprüchliche Signale, die das Gehirn von Augen, Gleichgewichtsorganen und Muskeln empfängt. Während das Schiff schwankt, signalisiert das Innenohr Bewegung, die Augen melden jedoch Ruhe – etwa beim Lesen oder im Kabineninneren. Dieses sensorische Ungleichgewicht verwirrt das Gehirn und löst typische Symptome aus.

Manche Menschen sind völlig immun, andere reagieren bereits auf leichte Wellenbewegungen.

Symptome der Seekrankheit erkennen

  • Übelkeit und Erbrechen
  • Schwindel und Kopfschmerzen
  • Blässe, kalter Schweiß
  • Übermäßiger Speichelfluss, schnelle Atmung
  • Müdigkeit, Schwäche, Konzentrationsverlust

In schweren Fällen können Betroffene apathisch wirken, dehydrieren und die Orientierung verlieren – ein ernstes Risiko in kritischen Situationen an Bord.

Wer ist besonders anfällig?

Rund 20 % der Bevölkerung leiden an Bewegungskrankheit. Frauen sind geringfügig häufiger betroffen als Männer. Besonders oft tritt Seekrankheit bei längeren Überfahrten auf. Die Empfindlichkeit ist individuell sehr unterschiedlich – während einige schon bei leichtem Wellengang seekrank werden, trotzen andere selbst Stürmen ohne Beschwerden.

Seekrankheit vorbeugen

Vorbereitung vor der Abfahrt

  • Leichte Mahlzeiten, keine fettreichen Speisen
  • Kein Alkohol, keine Zigaretten
  • Ausreichend Schlaf – Müdigkeit verstärkt die Symptome

Der richtige Platz an Bord

  • Am Schiffsmittelpunkt nahe der Wasserlinie ist die Bewegung am geringsten
  • Auf Deck bleiben und den Horizont fixieren

Auslöser vermeiden

  • Keine starken Gerüche oder Parfums
  • Nicht lesen oder aufs Handy schauen

Flüssigkeit und Ernährung

  • Viel Wasser trinken, kleine Schlucke bei Übelkeit
  • Keine koffeinhaltigen Getränke oder Zitrusfrüchte

Route und Reisezeit wählen

  • Geschützte Reviere sind günstiger als offenes Meer
  • Im Sommer ist das Meer meist ruhiger als im Winter

Natürliche und alternative Ansätze

  • Ingwer (Tee, Kapseln, Bonbons)
  • Akupressur-Armbänder am Handgelenk (P6-Punkt)

Medikamente

  • Antihistaminika (z. B. Dimenhydrinat, Meclizin) – wirksam, aber oft mit Müdigkeit verbunden
  • Scopolamin-Pflaster – mehrere Stunden vor Abfahrt hinter dem Ohr anbringen

Wichtig: Vor Einnahme immer ärztlichen Rat einholen, besonders bei Vorerkrankungen oder anderen Medikamenten.

Was tun, wenn Seekrankheit auftritt?

  • An Deck gehen und den Horizont betrachten
  • In der Mitte des Bootes bleiben
  • Frische Luft genießen, nicht in der Kabine bleiben
  • Leichte Beschäftigung suchen – z. B. Steuern
  • Regelmäßig kleine Mengen Wasser trinken
  • Optional: Hängematten längsschiffs nutzen, Aromatherapie ausprobieren
  • Bei starken Beschwerden: Medikamente einnehmen und medizinische Hilfe suchen

Wie lange dauert Seekrankheit?

Meist verschwinden die Beschwerden unmittelbar nach dem Verlassen des Schiffs. Bei manchen halten sie noch einige Tage an – abhängig von Reisedauer und individueller Empfindlichkeit.

Die psychologische Komponente

Die Einstellung spielt eine große Rolle: Wer sicher ist, seekrank zu werden, erhöht sein Risiko. Entspannung, Ablenkung und Erfahrung helfen, die Wahrscheinlichkeit zu senken. Viele gewöhnen sich mit der Zeit an das Schwanken.

Lässt sich Seekrankheit komplett vermeiden?

Eine vollständige Vermeidung ist nicht immer möglich. Mit guter Vorbereitung, gesunden Gewohnheiten und ggf. Medikamenten lässt sich die Seekrankheit jedoch deutlich reduzieren. Wichtig sind Ruhe, frische Luft, Wasserzufuhr und – bei Bedarf – medizinische Unterstützung.

Fazit

Seekrankheit ist keine Schwäche, sondern eine natürliche Reaktion auf widersprüchliche Sinneseindrücke. Wer sich vorbereitet und die Tipps befolgt, kann den Törn genießen. Selbst erfahrene Kapitäne waren einst „grün hinter den Ohren“ – und haben ihre ersten Stürme überstanden. Immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel – und einen ruhigen Magen!

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